Alternative Behandlungsmethoden sollen in Zukunft nun definitiv von der obligatorischen Krankenkasse bezahlt werden. Der Bund möchte die Komplementärmedizin anderen Fachrichtungen gleichstellen. Nur einzelne umstrittene Leistungen und Therapien sollen noch überprüft werden.

Im Mai 2009 wurde ein neuer Verfassungsartikel zur Besser­stellung der Komplementärmedizin angenommen. Seit 2012 übernimmt die obligatorische Krankenversicherung nun auch ärztliche Leistungen der anthroposophischen Medizin, der trad­itionellen chinesischen Medizin, der ärztlichen Homöo­pathie und der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Diese Regelung wurde aber bis 2017 befristet. Dies hatte der ehe­malige Gesundheitsminister Didier Burkhalter im Jahr 2011 entschieden, weil die Nachweise und Erfahrungswerte fehlen, ob die Leistungen der alternativen Fachrichtungen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind.

Nachweis nicht möglich.

Der Bundesrat verlangte von den Vertretern der alternativen Behandlungsmethoden, bis Ende 2015 aufzuzeigen, inwie­fern die komplementärmedizinischen Fachrichtungen die Kriterien erfüllen. Der Nachweis ob die betroffenen Fachrich­tungen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, lässt sich aber offenbar nicht klarstellen. Gesundheitsminister Alain Berset schlägt nun vor, die Fachrichtungen den anderen vergüteten medizinischen Fachrichtungen gleichzustellen. Damit würden die Leistungen auch in Zukunft grundsätzlich von der Grundversicherung der Krankenkassen übernommen.

Einzelne Leistungen sollen überprüft werden.

Wie auch bei anderen medizinischen Fachrichtungen sollen einzelne, umstrittene Leistungen überprüft werden. Wie dabei die Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit angewendet würden, muss laut dem EDI noch ausgearbeitet werden. Die betroffenen Kreise werden eingeladen, dabei mitzuwirken.

Zufriedenheit bei den Komplementärmedizinern.

Die komplementärmedizinischen Ärzteorganisationen Union und der Dachverband Komplementärmedizin Dakomed freuen sich über den Vorschlag. Die definitive Vergütung durch die Grundversicherung ist Ihrer Meinung nach schon lange überfällig, und sie hoffen auf eine rasche Umsetzung und Verordnung.


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