Im Frühling kann man bei Spaziergängen am Waldrand oft einen starken Duft nach Knoblauch wahrnehmen. Wer seiner Nase folgt, stösst auf ganze Felder frischen Bärlauchs.

Der Bärlauch ist eine der ältesten Nutz- und Heilpflanzen in Europa. Es gibt Hinweise darauf, dass die Pflanze bereits in der Steinzeit als Heilpflanze verwendet wurde. Die Germanen glaubten, dass die Anwendung des Bärlauchs Bärenstark machen würde. Bärlauch wird oft auch als Waldknoblauch bezeichnet, was auf seine enge Verwandtschaft mit dem Knoblauch hindeutet. Der intensive Geruch entsteht durch seine vielen schwefelhaltigen Inhaltsstoffe. In den rohen und kleingeschnittenen Blättern oxidiert der schwefelhaltige Inhaltsstoff Alliin zum medizinisch wirksamen Allicin – ein natürliches Antibiotikum, das z.B. Pilze abtöten kann.

Bärlauch in der Pflanzenheilkunde

Bärlauch ist ein Multitalent und hilft bei vielen Beschwerden und Krankheiten. Neben seiner allgemein stärkenden, und entgiftenden Wirkung, hilft er krankhafte Ablagerungen in den Blutgefässen abzubauen, macht die Blutgefässe elastischer und senkt den Blutdruck. Dadurch kann mit Bärlauch eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) gemildert, und deren Entstehung wirksam vorgebeugt werden. Bärlauch hilft auch bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Magen-Darm-Problemen. Im Bärlauch ist sehr viel Vitamin C enthalten, und regelmässiger Verzehr stärkt das Immunsystem. Bärlauch enthält auch viele gesunde ätherische Öle, die den Appetit und die Funktion von Leber und Galle anregen, sowie den Fettstoffwechsel normalisieren. Im Bärlauch sind zudem viele wertvolle Mineralsalze und Schleimstoffe vorhanden, welche die Ausscheidung von Sekreten aus den Atemwegen fördern. Und noch eine bärenstarke Eigenschaft; Bärlauch kann Schwermetalle binden, und diese über die Niere ausleiten.

Vorsicht beim Sammeln

Wilder Bärlauch wird oft mit den Blättern der Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen verwechselt, welche giftig sind. Ein sicheres Merkmal zur Kontrolle ist der Geruch der Blätter – einfach ein Blatt zerdrücken und unter die Nase halten. Wer keine Lust hat zum Sammeln, kann Bärlauch in der Saison auch frisch im Handel oder auf dem Markt kaufen.

Bärlauch in der Küche

Mit Bärlauch lassen sich feine Gerichte zaubern. Alle Pflanzenteile, von der Zwiebel bis zur Blüte, sind essbar. Vorallem die scharfen, würzigen Blätter schmecken in Dips, Suppen und vielen weiteren Gerichten und verleihen ihnen eine köstliche Knoblauchnote. Beim Kochen verliert Bärlauch schnell an Aroma, daher sollte man ihn nur kurz mitgaren. Die frischen Zwiebeln und Blätter können einige Tage im Kühlschrank gelagert werden. Kleingehackter Bärlauch kann auch eingefroren und so länger haltbar gemacht werden.

Bärlauch-Tinktur selbst gemacht

Füllen Sie die frischen, gewaschenen und kleingeschnittenen Bärlauchblätter in ein Schraubdeckel-Glas. Lassen Sie dabei noch etwa die Hälfte Platz im Glas. Nun giessen Sie Alkohol hinein, bis alle Blätter bedeckt sind. Man kann dazu Doppelkorn oder Wodka verwenden oder auch hochprozentigen Weingeist (ca. 45 %) aus der Apotheke. Nun lassen Sie das Ganze ca. 3 Wochen unter gelegentlichem Schütteln ziehen bis die Tinktur Farbe annimmt. Danach wird die Tinktur durch einen Kaffeefilter abgefiltert. Die fertige Tinktur sollte in einer dunklen Tropfflasche abgefüllt, und luftdicht verschlossen werden. Die Bärlauch-Tinktur ist bei richtiger Lagerung an einem dunklen und kühlen Ort mindestens ein Jahr lang haltbar. Je nach Bedarf können Sie 3 x 12 Tropfen täglich, in etwas Wasser aufgelöst einnehmen.


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